Equity
Deine prozentuale Chance, die Hand am Showdown zu gewinnen
Definition
Die Equity ist der Prozentsatz, zu dem eine Hand gegen die Range des Gegners gewinnt, wenn alle verbleibenden Karten jetzt sofort ausgeteilt würden, über eine große Anzahl von Simulationen. Sie wird mit einem Equity-Rechner berechnet (Monte-Carlo-Algorithmus oder vollständige Enumeration). Die Equity ist dynamisch: Sie entwickelt sich mit jeder neuen Gemeinschaftskarte je nach den möglichen Kombinationen weiter. Seine ungefähre Equity zu kennen ist grundlegend für gute Call- und Raise-Entscheidungen – besonders, um die Equity mit den Pot Odds zu vergleichen und zu bestimmen, ob ein Call profitabel ist. Die Equity wird nicht Hand gegen Hand berechnet (eine konkrete Hand gegen eine andere), sondern vor allem Hand gegen Range (eine Hand gegen die Gesamtheit der Hände, die der Gegner in dieser Situation haben kann). Diese Unterscheidung ist entscheidend: Deine reale Equity hängt von der Range ab, die du dem Gegner zuweist, nicht von einer hypothetischen Einzelhand.
AA vs KK preflop: AA hat ~82 % Equity. 87s vs AKo preflop: 87s hat trotz der zwei gegnerischen Overcards rund 41 % Equity. KQs (Top Pair) auf einem K72r-Board hat eine stark von der Gegner-Range abhängige Equity: sehr hoch (~90 %) gegen eine weite Range aus schwächeren Paaren und schlechter gekickten Königen, aber deutlich niedriger gegen eine auf Sets und Two Pair konzentrierte Range.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Equity und Pot Odds?
Equity ist deine prozentuale Chance, die Hand zu gewinnen; Pot Odds sind die Mindest-Equity, damit ein Call profitabel ist. Übersteigt deine Equity deine Pot Odds, ist der Call +EV.
Wie schätzt man Equity am Tisch?
Man denkt Hand gegen Range, nicht Hand gegen Hand: Du zählst deine Outs (die 2-und-4-Regel nähert die Equity eines Draws an) und passt an die plausible Range des Gegners an. Ein Equity-Rechner dient dazu, im Training die Intuition zu prüfen und zu kalibrieren.